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Jahresbericht 2002 general Kommission für Höhlen- und Karstschutz

Jahresbericht 2002 der Kommission für Höhlen- und Karstschutz der SGH

Aufbau einer Struktur zur landesweiten Koordination
Kontakte
Bildung und Aufgaben der Regionalgruppen
Aufträge
Abschluss

2002 wurden drei Hauptaufgaben verfolgt :

  1. Kontaktaufnahme zu den Kantonsbehörden ;
  2. Bildung von Regionalgruppen mit Höhlenforschern, die Aufgaben in ihrer näheren Umgebung, hauptsächlich im Gelände übernehmen ;
  3. Aufbau einer Struktur zur landesweiten Koordination der Regionalgruppen erwies sich als unentbehrlich.

Aufbau einer Struktur zur landesweiten Koordination

Die Kommission für Höhlen- und Karstschutz der SGH besteht bereits seit langen Jahren und verfügt über den geeignetsten Aufbau um die Koordination zu übernehmen. Trotzdem musste sie fast vollständig neu organisiert werden, was allerdings bereits Anfang 2002 in Angriff genommen wurde.
Ein Mitglied der Schweizerischen Gesellschaft für Höhlenforschung versieht die Präsidentschaft der Kommission ehrenamtlich und ein Mitarbeiter des SISKA amtiert als Generalsekretär. Die beiden kommen regelmässig (ca. alle 2 Wochen) zur Koordination der gesamten Aufgaben der Kommission zusammen.
Im Vorstand der Kommission nehmen die Leiter der 13 Regionalgruppen Einsitz. Jährlich werden sechs Vorstandssitzungen durchgeführt. Es werden die grundsätzlichen Arbeitsrichtlinien besprochen. Diese Sitzungen sind sehr wichtig, um die Dynamik beizubehalten und Arbeit in den Gruppen zu verfolgen. Es waren drei Sitzungen mit intensiven Diskussionen für die Redaktion des Pflichtenheftes notwendig. Andere Sitzungen betrafen die Notwendigkeit einer Liste von Höhlen, die für das Höhlentrekking vorgesehen werden sollen. Weitere Aufgaben wurden diskutiert und sollen 2003 umgesetzt werden, insbesondere die Frage über die Rücksichtnahme auf die Karstwelt innerhalb der Schweizer Waffenplätze.
Schliesslich ermöglichten Abschätzungen und Gespräche eine Stellungnahme zur Revision des Bundesgesetzes über Nationalparks und natürliche Landschaften, und zur Grundlagenbildung hinsichtlich der Aktualisierung der Karte über die Karstgebiete der Schweiz. Es scheint uns sehr wichtig, dass wir als Idealisten unsere Stimme zur Verteidigung der Karstgebiete bei den zahlreichen Vorhaben zur Aufwertung der Naturräume in unserem Land einbringen, damit wir Grenzen setzen können und damit andern zuvorkommen, die direktere und weniger idealistische Interessen verfolgen und sehr geringe Kenntnisse der Karstwelt haben

Kontakte

Bis Ende 2002 konnten wir folgende kantonalen Dienststellen besuchen :
Waadt : Amt für Wasser-, Bodenwirtschaft und Sanierungen (SESA), Amt für Umwelt- und Waldschutz. Es werden regelmässige Sitzungen abgehalten und eine Jahressitzung ist mit den Leitern der wichtigsten Dienststellen vorgesehen. Es besteht eine Zusammenarbeit in Form von Mandaten.
Neuenburg : Amt für Umweltschutz und Naturschutz. Auch hier bestehen regelmässige Kontakte (Besuche, Briefwechsel, Telefonate). Der Kanton subventioniert unsere Initiative.
Jura : Obwohl bereits in der Vergangenheit Kontakte zu den Ämtern für Wasser und sowie Umweltschutz bestand konnten durch einen kleinen 30minütigen Vortrag einige Mängel aufgedeckt und die notwendigen Massnahmen zur Verbesserung der Koordination getroffen werden. Es besteht bereits eine direkte Zusammenarbeit in Form eines Mandates, weitere Mandatsmöglichkeiten wurden erwähnt.
Bern : Das Naturschutzinspektorat und das Koordinationsbüro für den Umweltschutz gaben uns grünes Licht für erste Kontakte mit einem sehr komplexen Verwaltungsapparat. Die Kontakte müssen jetzt auf andere, durch unsere Tätigkeit betroffene Dienststellen ausweiten. Der politische Druck zur Kosteneinsparung scheint sehr hoch, die Verwaltung ist solange bereit mit uns zusammenzuarbeiten, solange es (fast) nichts kostet.
Wallis : Wir hatten zweimal direkten und laufend telefonischen Kontakt zum Amt für Umweltschutz. Eine Zusammenarbeit in Form von Mandaten ist denkbar.
Luzern : Das Amt für Natur- und Landschaftsschutz und das Amt für Umweltschutz wurden besucht. Sie sind jeweils sehr positiv für eine Zusammenarbeit eingestellt, verfügen aber nur über geringe Geldmittel. Sie werden uns aber trotzdem bei der Suche zur Finanzierung des Sanierungsprogrammes für die kantonalen Objekte behilflich sein.
Solothurn : Wir trafen uns mit dem Kantonsgeologen (Amt für Umweltschutz). Die Zusammenarbeit mit einer gewissen Finanzierung ist vorgesehen, allerdings muss zuerst eine in diesem Gebiet tätige Gruppe gebildet werden.
Obwald : die Gründung der Stiftung NEKO stellt eine langfristige Bildung einer Regionalgruppe dar, die sich aktiv für den nachhaltigen Erhalt des Karsterbes engagiert. Bei dieser Gelegenheit wurden intensive Kontakte mit den Kantonsbehörden unterhalten.
Nidwald : Der Kantonsgeologe (Amt für Umweltschutz) arbeitet in unserer Regionalgruppe mit und damit besteht der Kontakt de facto.
Des Weiteren wurden erste Kontakte per Brief und Telefon mit den Kantonen Tessin, Graubünden und Freiburg aufgenommen. Sie sollen 2003 noch verstärkt werden.
Ausserdem werden gelegentliche Kontakte mit Umweltschutzorganisationen (Pro-Natura, WWF) und den für die Gründung von Regionalparks zuständigen Organisationen unterhalten.

Bildung und Arbeit der Regionalgruppen

2002 haben die Gruppen Waadt, Jura/Berner Jura, Wallis, Bern und Luzern ihre eigentliche Arbeit aufgenommen und sich zu den Gruppen von Neuenburg, Zentralschweiz und Nordostschweiz (ZH, TH, SH, ZG) gesellt, die bereits aktiv waren. Auf unsere Initiative hin beginnen sich auch die Höhlenforscher der Kantone Freiburg, Tessin und der Ostschweiz (SG, AP, SZ, GL) nach und nach in den jeweiligen Gruppen zu organisieren. Ende 2002 hatte die Arbeit in diesen Regionen noch nicht begonnen. Die Arbeitsberichte der Gruppen befinden sich im Anhang.

Mandate

Neben den Arbeiten, die sich direkt aus dem Pflichtenheft der Kommission für Höhlen- und Karstschutz der SGH ergeben, wurde auch eine Reihe von Mandaten, die den Schutz des Karsterbes zum Ziel haben vor allem durch das SISKA bearbeitet. Für eine Studie zur Ermittlung der Verschmutzungsursache der Quellen von Covatannaz (VD) wurde eine ganze Reihe von Messungen und Probeentnahmen in der Arnon-Schlucht und dem unterirdischen System von Covatannaz durchgeführt. Eine regionale Zusammenfassung ermöglichte es, die für 2003 vorgesehenen Forschungen gezielter durchzuführen.
Auch die vom SISKA in Zusammenarbeit mit weiteren Partnern, z. B. den jurassischen Höhlenforschern in der Grotte de Milandre durchgeführten Forschungen beabsichtigen den Schutz des unterirdischen Milieus. Ein Artikel hierzu wurde in der Zeitschrift Stalactite veröffentlicht (Zeitschrift der Schweizerischen Gesellschaft für Höhlenforschung).

Abschluss

Alle unsere Gesprächspartner erklärten sich sehr an der Problematik interessiert. Allerdings scheint die Finanzierung unserer Struktur durch Subventionen eher schwierig. Bisher haben nur die Kantone Obwald und Neuenburg unsere Arbeit subventioniert. Die meisten Kantone sind von Fall zu Fall bereit uns Mandate zu erteilen und uns projektbezogen zu unterstützen, z. B. für eine Sanierung oder eine Sensibilisierungsaktion. Wenn sich allerdings diese Finanzierungsart durchsetzen sollte, dann wäre die Bildung und der Erhalt einer kompetenten Struktur nur möglich durch die strikte Zentralisierung, was wiederum praktische Schwierigkeiten, wie auch Unstimmigkeiten mit dem Schweizerischen Föderalismus mit sich bringen wird. Es ist jedoch noch ein wenig früh, die mittelfristige Situation abzuschätzen. 2003 werden die Kontakte zu den Behörden weitergeführt, wie auch die Arbeit und die Bildung der Regionalgruppen. Auch erste Erfolge dürfen bereits verbucht werden, denn einige Gemeinden und Grundbesitzer haben auf eigene Initiative ihre Karstobjekte saniert oder informieren die Bevölkerung über die Notwendigkeit des Erhaltes der Karstformationen (insbesondere der Dolinen). Unsere Anstrengungen zur Sensibilisierung werden 2003 weitergeführt und gar intensiviert.







30.04.2004 11:43

 

 

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